Inhaltsverzeichnis
- Wegen Halbleiter-Engpass branchenweit steigende Preise für DRAM, NAND, SSDs und HDDs
- RAM, CPU, SSD: konkrete Preisbeispiele
- Tipps für Hardware-Bestellungen rund um RAM & Co.
- RAM kaufen, SSDs kaufen – oder warten?
- Fazit zur RAM-Teuerung bzw. Kostensteigerungen bei Speicher allgemein
- Chip-Mangel: Checkliste für den richtigen Zeitpunkt zum Speicher-Kauf
Wegen Halbleiter-Engpass branchenweit steigende Preise für DRAM, NAND, SSDs und HDDs

Das Fachportal ComputerBase spricht Mitte November von einem historischen Speicherengpass: Die Preise für Hardware ziehen massiv an, unabhängig von deren spezifischen Einsatzzweck. Für Unternehmen werden somit Storage sowie flüchtige Speicher teurer bzw. potenziell gar nicht mehr verfügbar. Wir haben einige Einordnungen und Auswirkungen zur RAM-Teuerung bzw. Chip-Knappheit zusammengestellt.
Mit Blick auf Produktionskapazitäten, Logistik und Auftragsstau lässt vorhersagen, dass dieser Preisanstieg mit hoher Wahrscheinlichkeit noch bis ins zweite Quartal 2026 weitergehen wird. Mit unserer langjährigen Erfahrung ist unsere Einschätzung zudem, dass zumindest ein niedrigeres Niveau als das jetzige bis dahin nicht erreichbar sein wird. Kurz: Es wird bis nächsten Sommer ziemlich sicher noch teurer und sehr sicher nicht billiger.
RAM, CPU, SSD: konkrete Preisbeispiele
Eine Prüfung auf einem der gängigen Preisvergleichsportale ermöglicht es, die Teuerungen anschaulich darzustellen. Hier als Beispiel die Darstellung der Preisentwicklung für ein DDR5-RAM-Modul von Micron/Crucial mit 16 GB im Endkundenpreis:

Doch nicht nur DDR5-RAM wird teurer. Ähnliche Kurven ergibt eine entsprechende Suche bei Festplatten und Zentralprozessoren, hier der Verlauf der Intel-CPU i5-14400 (Endkundenpreis, zur Illustration):

Die Preise bei SSDs ziehen ebenfalls an. Vor allem gibt es eine gewisse Unstetigkeit bei der Bereitstellung insbesondere größerer Mengen. Für Unternehmen bedeutet das vor allem eine schlechtere Planbarkeit. Die Verfügbarkeit ist aktuell bereits generell eingeschränkt, besonders bei 500er-SSDs, die zum Beispiel von Samsung schlicht nicht mehr produziert werden – der Einstieg liegt hier bei 1 TB. Hier noch eine Preiskurve zu den inzwischen eben nicht mehr hergestellten Samsung-500er-Festplatten:

WICHTIG: Einige Consumer-Marken sind noch nicht vollumfänglich betroffen – weichen Sie jedoch keinesfalls auf diese günstigen Angebote aus. Sie sind nicht für den professionellen Einsatz im Dauerbetrieb ausgelegt. Das bedeutet: Weniger Performance und kürzere Haltbarkeit.
Tipps für Hardware-Bestellungen rund um RAM & Co.
Für Sie als unsere Channel-Partner und Unternehmenskunden heißt das: Panikkäufe sind ebenso wenig sinnvoll, wie „alles auf später verschieben“. Stattdessen empfehlen wir Ihnen eine gestaffelte Beschaffungsstrategie. Kritische Projekte und Systeme, etwa produktionsnahe Server, Storage, hoch ausgelastete Virtualisierungs-Hosts etc., sollten frühzeitig mit genau definierten RAM- und SSD-Konfigurationen geplant und über abgestimmte Abrufe abgesichert werden; falls vorhanden, denken Sie an Rahmenverträge.
Bei Office-PCs und unter dem zwar leistungsstarken, aber auch leistungshungrigen Windows 11 kann eine verzögerte Beschaffung jedoch kritisch werden – vor dem Hintergrund wahrscheinlicher Preissteigerungen wird hier in vielen Fällen ein vorgezogener Kauf ratsam sein. Einige Sehr junge und wenig belastete Systeme können jedoch womöglich sogar zwei, drei Jahrein der Regel bedenkenlos länger weiterlaufen, sofern eben Betriebssystem-Support, Security-Patches und Hardwarezustand stimmen. Entscheidend ist hierfür ein sauberes Lifecycle-Management: Ein strukturierter Ansatz aus Inventur, Zustandserfassung, Monitoring (z. B. SSD-SMART-Werte), präventivem Austausch verschleißanfälliger Komponenten und gegebenenfalls Drittanbieter-Wartung kann die Nutzungsdauer von Servern und Clients deutlich verlängern, ohne die Verfügbarkeit zu gefährden.
RAM kaufen, SSDs kaufen – oder warten?
Konkret bedeutet das: Es wird Systeme geben, die trotz hoher Preise jetzt aufgerüstet oder ersetzt werden müssen; hinzu kommen Systeme, die mit gezielten Upgrades vor weiteren Preissteigerungen wirtschaftlich stabil gehalten werden können – das kann zum Beispiel punktuell mehr RAM heute und eine zweite SSD später bedeuten; zuletzt gibt es Systeme, deren Austauschfenster nach hinten wandert. Auf diese Art und Weise können Sie Notkäufe zu Höchstpreisen vermeiden.
Zusammengefasst ist es also ratsam, bei ganz akutem Bedarf möglichst zeitnah zu beschaffen. Sofern ein Kauf für das erste Halbjahr 2025 vorgesehen war und nicht nach hinten verschoben werden kann, ist sogar das Vorziehen auf den baldigst möglichen Zeitpunkt empfehlenswert. Für alle Interessenten und Kunden von EXTRA Computer: Mit Stand Mitte November haben wir aktuell noch eine gute Verfügbarkeit, jedoch mit bereits abnehmender Tendenz. Sobald diese Lagerbestände weg sind, werden wir die Preisrunden unserer Zulieferer weitergeben müssen. Insofern raten wir dazu, schnell aktiv zu werden: Melden Sie sich bitte bei Ihrem Ansprechpartner und klären Sie bei Bedarf aktuelle Preise und Lieferfähigkeiten!
Fazit zur RAM-Teuerung bzw. Kostensteigerungen bei Speicher allgemein
Es schien bereits ausgestanden, doch die Chip- und Lieferkrise kehrt mit großer Wucht zurück: Die Preise steigen rasch, erste Komponenten sind nicht mehr lieferbar. Hohe Kosten oder aufwändige Umkonfigurationen sind die Folge. Und bis die EU-Chipstrategie wirklich greift, wird es noch dauern. Dennoch gilt auch bei dieser Krise, dass weder Angst noch Panik gute Ratgeber sind. Vielmehr ist es erfolgversprechend, mit scharfem Kalkül an den Hardware-Kauf heranzugehen. Dabei, und für all Ihre Projekte wie immer: viel Erfolg!
Chip-Mangel: Checkliste für den richtigen Zeitpunkt zum Speicher-Kauf
- Bestandsaufnahme machen: Inventar, Alter, RAM-Ausstattung, SSD-Typen und Auslastung erfassen – idealerweise mit einem IT-Asset-Management-Tool.
- Kritikalität klassifizieren: Systeme nach Business-Relevanz und Ausfallrisiko einteilen (z. B. „geschäftskritisch“, „wichtig“, „unkritisch“) und danach priorisieren.
- Refresh-Plan staffeln: Für die nächsten 12–36 Monate festhalten: Welche Systeme müssen zwingend früher erneuert werden, wo reichen Upgrades, was kann sicher später kommen?
- Standardkonfigurationen vereinbaren: Legen Sie mit uns nach Möglichkeit wenige, klar definierte RAM- und SSD-Profile fest, um Beschaffung und Lagerhaltung auch im Engpass zu vereinfachen.
- Preis- und Lieferverträge nutzen: Sofern zutreffend, Rahmenabrufe oder langfristige Preisvereinbarungen für kritische Projekte prüfen, statt auf Tagespreise zu spekulieren.
- Wartung & Monitoring stärken: Regelmäßig Firmware- und OS-Updates einplanen, SMART-Werte und Logs überwachen und verdächtige Komponenten präventiv tauschen.
- Entscheidungen dokumentieren: Festhalten, warum bestimmte Investitionen trotz hoher Preise jetzt erfolgen und andere bewusst verschoben werden – das schafft Transparenz gegenüber Management, Channel-Partnern und Prüfern.
Kontaktieren Sie uns jetzt kostenfrei und unverbindlich - unser Expertenteam hilft Ihnen jederzeit gern und kompetent weiter.
Sie erreichen uns telefonisch Montag – Freitag von 08:30 Uhr bis 17:00 Uhr oder 24/7 bequem per Mail oder über unser Kontaktformular.

Frank Bollen
Teamleitung Marketing bei EXTRA Computer GmbH
Frank Bollen, Teamleiter der Marketingabteilung, verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich Business IT und Industrie IT. Mit einem einzigartigen Mix aus kreativem Marketinggeschick und technischem Verständnis prägt er die strategische Ausrichtung seines Teams. Bollens Leidenschaft an innovativen Lösungen zeigt sich nicht nur in seiner beruflichen Laufbahn, sondern auch in seinen Beiträgen und Veröffentlichungen wider.