Unabhängigkeit, bessere Verfügbarkeit, stabilere Preise für die Unternehmens-IT

Die Chip-Krise der letzten Jahre hat deutlich gemacht, wie fragile globale Lieferketten zu steigenden Preisen, Verzögerungen und Unsicherheiten führen können – mit direkten Auswirkungen auf Unternehmen jeder Größe. Um die europäische Halbleiterindustrie widerstandsfähiger zu machen, mobilisiert die EU im Rahmen des „European Chips Act“ 43 Milliarden Euro in den Ausbau von Produktionskapazitäten und Forschungsprojekten. Doch was haben Reseller, Distributoren und Unternehmens-IT davon?

EU Chip krise

Zählt die Halbleiter-Industrie auch grundsätzlich nicht direkt zur Kritischen Infrastruktur (KRITIS), gibt es doch zurecht Diskussionen hierzu: Die EU sieht in ihr eine Schlüsseltechnologie für digitale und wirtschaftliche Souveränität – ein Thema, das in jüngerer Zeit viel Aufmerksamkeit erfährt. Deshalb forciert der European Chips Act gezielt Investitionen in europäische Fertigungskapazitäten, um Abhängigkeiten in Richtung Asien oder Amerika zu verringern.

Mit ESMC/TSMC entsteht nun in Dresden eine neue 300-mm-Fertigung (22/28 nm), der Produktionsstart ist dabei für das Jahr 2027 angestrebt. Zugleich wurden jedoch Projekte wie Intel Magdeburg abgesagt und Crolles pausiert bzw. wird neu bewertet. Dennoch: Der Ausbau der Produktion in Europa wird perspektivisch vorangehen – und birgt damit noch weitere Chancen: Verfügbarkeit, stabilere Preise, geringerer ökologischer Fußabdruck.

Stabilere Lieferketten: Mehr Planungssicherheit für den Channel und Endkunden

Ganz grundsätzlich gilt: Je globaler Lieferketten sind, desto komplexer und damit anfälliger sind sie für Störungen. Diese Erfahrung hat die Welt und insbesondere Europa auf schmerzhafte Art während der Coronakrise gemacht. Für die Unternehmen waren steigenden Kosten oder gar Umsatzausfälle die Folge. Wenn Chips hingegen nicht mehr ausschließlich aus Asien bezogen werden müssen, sinkt nicht nur die technologische Abhängigkeit, sondern auch die von internationalen Logistikketten.

Das bedeutet letztlich mehr Planungssicherheit für alle Beteiligten. Unternehmen in der Endanwendung können auf ihr geschäftskritisches IT-Ökosystem vertrauen; ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf Investitionssicherheit und operativen Geschäftsbetrieb. Der Channel kann Umsätze realisieren und Kunden zeitnah zufriedenstellen; denn eine solche Verlässlichkeit im Vertrieb ist das A und O für eine langfristig gute Beziehung. und damit die Möglichkeit, Kunden kontinuierlich mit IT-Produkten zu versorgen.

Wachsende Marktpotenziale: Welche Branchen profitieren?

Von den offensichtlich besonders betroffenen KRITIS-Unternehmen einmal abgesehen: Diese Auswirkungen auf einzelne Unternehmen lassen sich auf ganze Branchen übertragen. Dabei wird ersichtlich, dass die Relevanz einer lokalen Fertigung für einige besonders groß ist. Als Beispiele seien – neben der bereits erwähnten Industrie und Fertigungsunternehmen – die öffentliche Verwaltung genannt, wo der Aspekt einer „souveränen IT“ eine immer größere Rolle spielt. Auch die Datenschutzvorgaben im Gesundheitssektor sorgen dafür, dass europäische IT-Lösungen an Bedeutung gewinnen.

Mehr als Verkaufsargument für Reseller: „Made in Europe“ als Qualitätsmerkmal

Zum Aspekt der Verfügbarkeit kommt ein weiterer, besonders wichtiger hinzu: Immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen legen Wert auf IT-Lösungen, die Hersteller innerhalb Europas produzieren. Das gilt – vertraglich bedingt – für sicherheitskritische Bereiche wie die Industrie, Behörden oder das Gesundheitswesen. Das gilt darüber hinaus – Stichwort Image – potenziell auch für alle weiteren Käuferschichten. Auch EXTRA Computer hat sich dieses Themas seit einiger Zeit angenommen, unabhängig vom EU-Projekt.

Für den Channel ergibt sich hier eine klare Chance: Wer früh auf Hardware mit europäischen Chips setzt, kann Kunden gezielt mit diesen Verkaufsargumenten ansprechen. Doch ein solches „Made in Europe“ ist eben mehr als ein Verkaufsargument für Reseller und Distributoren. Hardware mit europäischen Chips kann für alle Positionen der Wertschöpfungskette zu einem entscheidenden Faktor werden – sei es aus Compliance-Gründen, sei es zur Risikominimierung, sei es zur positiven Verstärkung im Marketing.

Stabilere Preise und bessere Nachhaltigkeit durch lokale Chip-Fertigung

Mit Blick auf europäische Lohn- und Energiekosten mag die Aussage zunächst gewagt scheinen, doch: Eine lokale Produktion von Chips kann sich positiv auf das Preisgefüge auswirken – positiv sowohl für den Channel als auch für Unternehmen in der Endanwendung. Denn die Planbarkeit kann sich auf diese Weise verbessern. Zudem besteht die reelle Chance, durch modernste Fertigungsverfahren samt hohem Automatisierungsgrad Kosten zu sparen.

Eine Fabrik „auf der grünen“ Wiese lässt sich wesentlich leichter mit aktueller Technik bestücken, als eine bestehende sich nachrüsten lässt. Ob KI-gestützte Fertigung mit Manufacturing-Copiloten und Interaktion durch das Personal in natürlicher Sprache oder vorausschauende Wartung, die Chancen sind groß. Die hierfür erforderliche Sensorik kann zudem die Basis bilden, um die Produktion auch in Sachen Nachhaltigkeit zu optimieren. Dass eine lokale Produktion zu kürzeren Lieferwegen und damit ebenfalls einer Reduktion des ökologischen Fußabdrucks führt, darf als selbstverständlich gelten.

Fazit: Wachstumschancen für den Channel, Investitionssicherheit für Endkunden

Die EU-Chipstrategie kann den IT-Markt langfristig verändern. Doch Hardware „Made in Europe“ allein genügt nicht. Software bzw. Cloud, SaaS etc. müssen ebenso bedacht werden. Wer hier ebenfalls mehr lokale Wertschöpfung bevorzugen möchte, hat gute Optionen. Im Bereich OS etwa bei Linux, bei Virtualisierung etwa Proxmox; aber auch bei Clouds, wie der exone.Cloud. Sprechen Sie uns gern an zur Wahl der richtigen Strategie. Und wie immer wünschen wir für den Weg dorthin und das Ergebnis selbst: viel Erfolg!

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Frank Bollen
Über den Verfasser

Frank Bollen
Teamleitung Marketing bei EXTRA Computer GmbH

Frank Bollen, Teamleiter in der Marketingabteilung, verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich Business IT und Industrie IT. Mit einem einzigartigen Mix aus kreativem Marketinggeschick und technischem Verständnis prägt er die strategische Ausrichtung seines Teams. Bollens Leidenschaft an innovativen Lösungen zeigt sich nicht nur in seiner beruflichen Laufbahn, sondern auch in seinen Beiträgen und Veröffentlichungen wider.