Künstliche Intelligenz für (je)den Schreibtisch

Datum: 30 Jan. 2025

Liefert NVIDIA auf der CES 2025 den IBM-PC-Moment für Artificial Intelligence?

Die Meldung zieht ihre Kreise: KI-Hardware-Pionier Nvidia hat im Zuge des „Project Digits“ auf der CES in Las Vegas eine KI-Workstation vorgestellt. Sie soll die Rechenleistung bisheriger DGX-Systeme, wie sie für Serverschränke von Rechenzentren verfügbar sind, auf (je)den Schreibtisch bringen – kompakt, leistungsstark und mit etwa 3.000 Dollar in Anbetracht der Leistungsfähigkeit auch angemessen bepreist. Ist das der Beginn des Siegeszugs von dedizierten KI-Rechnern, wie es einst 1981 bei den Personal Computern mit IBM der Fall war?

Künstliche Intelligenz

Die Consumer Electronics Show in Las Vegas hat sich zu der Elektronikmesse schlechthin entwickelt – und längst dreht sich dort nicht mehr alles um Unterhaltungselektronik. Und mit dem Project Digits hat Nvidia ein System für Aufgaben rund um Künstliche Intelligenz präsentiert, das die altvorderen Grenzen des Events ebenfalls mehr als dehnt: Bereits ab Mai 2025 soll die präsentierte kompakte Mini-Workstation für einen Preis verfügbar sein, der ihn auch für viele Privatpersonen erreichbar machen wird. Damit möchte Nvidia den Weg auf die Schreibtische von professionellen und Hobby-Entwicklern, aber auch von Studierenden machen.

Das SoC-Herzstück des KI-Rechners ist dem Vernehmen nach der GB10-Chip aus dem Hause Nvidia. Mit ihm sollen sich KI-Modelle mit 200 Milliarden Parametern bei FP4-Genauigkeit ausführen lassen – und auf zwei kombinierten Systemen sogar aktuelle Sprachmodelle wie GPT4 (400 Milliarden Parameter). Zusätzlich können Entwickler damit hochkomplexe Modelle direkt am Schreibtisch trainieren und testen – ein Durchbruch für die lokale KI-Entwicklung. Gemäß der Berichterstattung von heise.de vereint der GB10 eine Blackwell-GPU mit 20 ARM-Grace-CPUs; damit scheint das System über keine explizite NPU zu verfügen. Dennoch ist es mit diesem Layout für maschinelle Lernaufgaben und Künstliche Intelligenz optimiert. Weitere Merkmale: 128 GByte LPDDR5-Arbeitsspeicher, SSD-Massenspeicher mit bis zu vier Terabyte, Linux-basiertes DGX-Betriebssystem.

Dedizierte KI-Hardware

Was ist denn aber nun so besonders an diesem System? Der wohl herausragendste Punkt ist, dass NVIDIA jene Hardware, für die alle großen Tech-Firmen Höchstpreise bezahlen, zu einem wirklich relativ attraktiven Preis Endanwendern mit KI-Ambitionen zur Verfügung stellen wird. Damit einher geht ein zweiter Punkt: Die Hardware, die bisher in Racks in Rechenzentren gedacht war, lässt sich nun in kompakter Größe auf den Schreibtisch stellen. Auch hier fühlt man sich ein wenig an den Siegeszug des Personal Computers erinnert, vor dessen Beginn einzelne Computer schon einmal ganze Räume oder noch früher ganze Etagen oder Gebäude gefüllt hatten. Unter Berücksichtigung des bis hierher Gesagten scheint sich eine Entwicklung anzudeuten, die womöglich in der Tat das Prädikat „Demokratisierung der KI-Entwicklung“ verdient.

Für uns bei EXTRA Computer kommt diese Entwicklung nicht ganz überraschend – und das ganz ohne Glaskugel oder Mäuschenspiel bei NVIDIA. Die dargestellte Historie war bereits ein erstes Indiz dafür, dass solche Systeme erscheinen und dass lokale KI-Anwendungen an Fahrt aufnehmen. Auch wir selbst haben ein Notebook mit NPU im Angebot; natürlich ist dieses auf einen anderen Einsatzzweck ausgerichtet, nämlich in erster Linie die performante lokale Unterstützung von KI-Anwendungen, insbesondere im Bereich generativer Künstlicher Intelligenz. Dennoch: Der technische Entwicklungsstrang und die Geschichte zeigen, dass der Weg hierhin führen wird.

Nicht umsonst haben wir Systeme mit dedizierter Hardware für Künstliche Intelligenz in unsere Top-Trends 2025 aufgenommen. Natürlich stehen wir mit dieser Einschätzung nicht allein da. Auch Gartner prognostiziert, dass die Unternehmen mehr KI-enabled PCs bestellen. Die mit ihnen mögliche dezentrale KI-Nutzung eröffnet in diversen Bereichen Vorteile, etwa bei der Energieeffizienz oder der erforderlichen Bandbreite und daraus resultierenden Latenzvorteilen. Die lokale Verarbeitung kann durch wegfallenden Token-Verbrauch, der über die Nutzung entsprechender Cloud-Services abgerechnet werden müsste, zudem in langfristigen Vorteilen bei den Betriebskosten münden. Insofern spricht also einiges dafür, dass Systeme, die speziell für Anwendungsfälle rund um Künstliche Intelligenz ausgelegt sind, relativ rasch an Bedeutung gewinnen werden.

Was aber bedeutet das für IT und Einkauf in den Unternehmen? In der Administration werden sich keine großen Unterschiede ergeben; natürlich kommen neue Anwendungen hinzu – für diese sollten jedoch in der Regel die bewährten und damit belastbaren individuellen Prozesse gelten, die Unternehmen auch schon bisher verfolgen. Wer allerdings Verantwortung im Bereich Einkauf und Beschaffung trägt, sollte vielleicht ein relativ wachsames Auge auf die Entwicklung haben: Noch ist – sicherlich auch wegen der zurückhaltenden allgemeinen Konjunktur – hierzulande die Verfügbarkeit von entsprechender Hardware kein großes Thema. Setzt aber plötzlich ein großer Run ein, kann sich das schnell ändern, mit entsprechenden Auswirkungen nicht nur auf Lieferzeiten, sondern auch auf die Kosten. Der richtige Zeitpunkt für Kauf oder Leasing wird hier besonders entscheidend sein. Wir informieren Sie dazu auch gern in unserem Newsletter; falls Sie ihn noch nicht abonniert haben, können Sie das als registrierter Nutzer hier nachholen.

Künstliche Intelligenz: mehr als ChatGPT

Einmal mehr gilt: Künstliche Intelligenz ist mehr als generative KI und ChatGPT. Mit den Agenten – autonom handelnde Systeme, die bestimmte Aufgaben ausführen – rollt ohnehin bereits die nächste Welle heran. Damit diese und viele weitere Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz überhaupt gelingen können, ist entsprechende Hardware erforderlich. Es darf nicht vergessen werden: Erst sie hat die vielen Möglichkeiten rund um KI überhaupt erst ermöglicht. Dass über die angesprochene Demokratisierung nun immer mehr Unternehmen und einzelne Personen ihren Beitrag zur Innovation leisten können, ist eine spannende Entwicklung. Falls Sie auch daran teilhaben möchten, achten Sie wie erwähnt auf den richtigen Zeitpunkt zur Beschaffung. Kommen Sie bei Bedarf gern mit Fragen auf uns zu – unsere Tech-Experten helfen Ihnen gerne. Davon abgesehen gilt einmal mehr: viel Erfolg!

Uns ist durchaus bewusst, dass IBM nicht den ersten Personal Computer gebaut hat; doch der – durch das Marketing befeuerte – Masseneffekt, der vom IBM PC 5150 ausging, war letztlich dafür verantwortlich, dass dieses System häufig als erster Personal Computer der Welt bezeichnet wird. Ob die Ehre nun dem Apple I, dem Altair oder einem ganz anderen System gebührt, dürfen Sie selbst entscheiden.

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